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Stephanie
Bröker
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Erste Freinet-Schule in Brandenburg:
zur Eröffnung der Kinderschule Oberhavel
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Nun ist es soweit: nach der knapp zweijährigen Projektphase erwachte das pädagogische Konzept der Kinderschule Oberhavel zum Leben. Die Schule startete am 19.August 2002 mit 12 Kindern und zwei Lehrerinnen in Oranienburg bei Berlin.
Wir fünf aus der Gründungsgruppe hatten unser berufliches Know-How und
unseren Idealismus während des "Erziehungsurlaubs" genutzt, um für unsere
eigenen und andere Kinder eine Schule nach einer bestimmten Vorstellung
zu schaffen. Sehr viel haben wir dabei gelernt, und das Lernen und
Wachsen wird mit dem Betreiben der Schule weitergehen. Auch das ist
Lohn für diese unbezahlte Arbeit.
Erst in den Sommerferien erhielten wir die schriftliche Anerkennung als
"genehmigte Ersatzschule". Die letzten Wochen davor waren eine sehr harte
Probe für unser Durchhaltevermögen und die Frage: Wollen wir diese
Schule wirklich betreiben? Denn uns drohten Familien und Personal abzuspringen,
weil alle endlich Gewissheit wollten. Zum Glück hatte abwechselnd immer
eine aus unserer Projektgruppe Kraft und Optimismus und wir hangelten
uns von Krisensitzung zu Krisensitzung. Entscheidend waren letztendlich
die unerschütterliche Überzeugung für das Freinet-Konzept und die menschliche
Komponente der Arbeitsgruppe. Mit diesem Schatz im Gepäck konnten wir
weiterreisen.
Sofort nach der Genehmigung stürzten wir uns auf die Renovierung des Gebäudes, das uns die Eden-Genossenschaft1 für unsere ersten 2 Schuljahre zur Verfügung stellt. Auch die neuen Eltern packten kräftig mit an, Kinder und Erwachsene lernten sich und ihre Räume kennen. Richtig schön ist es geworden, nachdem die Holzstrukturtapeten, bräunlichen Türen, gammeligen Ecken und und und verschwanden.
Am 17.August fand die Einschulungsfeier für die ersten 7 Mädchen und 5
Jungen aus der ersten und zweiten Jahrgangsstufe statt. Alle Familien
brachten noch Freunde und Verwandte mit, so dass sich der kleine Innenhof
mit einer bunten Schar freudiger und erwartungsvoller Menschen füllte.
Die Kinder machten zusammen Musik, schnitten das Band durch, weihten
ihren Klassenraum ein, machten ein Handabdruckrelief und bekamen die ersehnten
Schultüten.
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Zur offiziellen Eröffnungsfeier kamen auch Angela und Hartmut Glänzel und überbrachten uns die Glückwünsche der Freinet-Kooperative und einige sehr schöne Unterrichtsmaterialien. Herzlichen Dank!
Die Freinet-Pädagogik ist durch unser Wirken hier zu einem Begriff
neben der bekannteren Montessori-Pädagogik geworden. PädagogInnen
horchen auf, weil sie Elemente ihrer alltäglichen Arbeit wiedererkennen,
eine Horterzieherin und eine Lehrerin sprachen uns an, weil
sie für ihre Gruppen davon profitieren möchten, andere probieren
Elemente spontan aus und freuen sich am überzeugenden Ergebnis. Wir hoffen,
uns bleibt neben dem Schulalltag auch weiterhin genug Kraft für die Fortsetzung
einer guten Öffentlichkeitsarbeit.
Die Kinder machen sich nun gemeinsam mit ihren beiden Lehrerinnen auf
den Weg, eine Freinet-Klasse zu werden. Die 5-8-Jährigen sind natürlich
sehr verschieden und stark mit der neuen Gruppensituation und den Erwartungen
beschäftigt. Einige schreiben, andere nicht. Einige lesen, andere nicht.
Einige arbeiten zügig, andere sehr langsam. Das Arbeitsmaterial ist noch
dürftig, wir wissen noch nicht, was die Kinder annehmen. Alles muss erst
noch geschaffen werden. Aber es gibt Vorlesen während der Ankommzeit,
den Morgen- und Präsentationskreis, Tagebuch, einen Postkasten, den Klassenrat,
die wunderbare Druckerei der Freinet-Kooperative, die Klassendienste,
eine Tages- und Wochenstruktur, wissbegierige Kinder, Lehrerinnen, die
Ideen sofort in die Tat umsetzen und viele Wünsche und Gedanken. Eine
besondere Herausforderung, die viele Fragen aufwirft ist momentan
das jahrgangsübergreifende Lernen.
Wir suchen fachlichen Austausch mit anderen Freinet-Schulen und
einzelnen KollegInnen. Ideal wäre eine LehrerInnengruppe im Berliner Raum,
die als Praxisbegleitung fungieren könnte. Auch ein Internet-Forum mit
anderen Schulen wäre denkbar.
Neben der pädagogischen Seite befassen wir uns natürlich auch mit allem anderen, was so ein Unternehmen sonst noch benötigt. Es gibt eine Trägerebene mit seinem Vorstand und den Vereinsmitgliedern.Die angestellten PädagogInnen und die Eltern werden sich in verschiedenen Arbeitsgruppen organisieren. Als Bindeglied haben wir eine ehrenamtliche Projektleitung installiert, die unter anderem dafür Sorge trägt, dass das Konzept in die Tat umgesetzt wird.
Der Rahmen unserer Schule mit dem dazugehörigen Hort bietet so
viele Gestaltungsmöglichkeiten, dass wir wache Köpfe und geschickte Hände
brauchen, die uns dabei helfen, Sackgassen zu erkennen und Wege zu finden,
die zum Ziel führen. Wer in irgendeiner Form mit uns zusammenarbeiten
möchte kann sich wenden an s.broeker@t-online.de
und oder Kinderschule Oberhavel, Hauptstr. 100 A, 16515 Oranienburg-Eden.
Stephanie
Bröker, Jahrgang 1961, Dipl.Sozialpädagogin und Mutter von 2 Kindern im
Alter von 4 und 7 Jahren
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1Der Schulstandort EDEN
ist die gemeinnützige Obstbausiedlung e.G., die ein spezielles Siedlungskonzept
verfolgt und sich ökologisch, sozial und kulturell engagiert. Man orientiert
sich an Grundsätzen für eine gesunde und natürliche Lebensführung, Wohnen und Ernährung. |
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